Eva Menasse liest in der SLB

DER LITERATURLADEN ON TOUR
Eva Menasse „Tiere für Fortgeschrittene“
Donnerstag, 30. März, 19 Uhr
Ort: Stadt- und Landesbibliothek Potsdam
Eintritt: 10€ / 8€ ermäßigt

Ein alter Despot, der sich gegen jede Veränderung wehrt, kann nicht verhindern, dass die Demenz seiner Frau auch die eigene Vergangenheit löscht. Einer engagierten Mutter, die ein muslimisches Kind gegen Anfeindungen in Schutz nimmt, verschwimmen schließlich selbst die Grenzen zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch. Eine Frau realisiert, wie sehr das Schicksal ihres Vaters sie geprägt hat, in ihren Marotten ebenso wie in ihren tiefsten Ängsten. Und eine Gruppe handverlesener Künstler und Wissenschaftler probt in südländischer Gluthitze eine groteske Revolution.

Jahrelang hat Eva Menasse Tiermeldungen gesammelt, die ihr, wie umgekehrte Fabeln, etwas über menschliche Verhaltensweisen zu verraten schienen. Wer daran Vergnügen hat, kann teilhaben am Gestaltungsprinzip ihrer Erzählungen, indem er Mustern und Motiven nachspürt. Alle anderen Leser werden sich, wie bei Menasses bisherigen Büchern, von ihrem erzählerischen Talent mitreißen lassen, einer Mischung aus pointiertem Witz, Geheimnis und melancholischem Ernst.

Der Blaue Salon am Montag ohne Tom Malmquist, aber mit René Schwittay

DER BLAUE SALON
Tom Malmquist hat die Lesung abgesagt,

René Schwittay wird trotzdem aus dem Buch „In jedem Augenblick unseres Lebens“ lesen,
außerdem:
Gerade gelesen, gesehen, gehört – Ein erster Abend zur Leipziger Buchmesse

Montag, 27. März, 19 Uhr

Ort: Wist – Der Literaturladen

Buchempfehlung: Prominente in Potsdam

»… daß gantze Eylandt mus ein paradis werden …«

Potsdamer Berühmtheiten im Blick

von Mathias Iven

Vor gut zehn Jahren hat der be.bra verlag die Reihe „Prominente in …“ begonnen. Zunächst beschränkte man sich auf Berlin. Es erschienen Bände zu den Stadtbezirken Dahlem, Lichterfelde, Pankow, Friedenau, Wannsee, Grunewald und Westend. 2015 ging man über die Grenzen der Hauptstadt hinaus und präsentierte Dresdner Prominente. Und nun: Potsdams Berühmtheiten.

Der seit 1995 in Berlin lebende Stuttgarter Gerhard Drexel hat die Landeshauptstadt und ihre Geschichte gründlich studiert. Beginnend in der Bronzezeit führt er seine Leser zunächst durch die Jahrhunderte und zeichnet auf knapp 30 Seiten die wichtigsten Stationen der Stadtentwicklung bis in die heutige Zeit nach. Dass er der Babelsberger Filmindustrie dabei ein eigenes Kapitel widmet, ist mit Blick auf mehr als 100 Jahre Filmgeschichte nur zu verständlich. Weiterlesen

Manuela Reichart, Jutta Hoffmann und Zsuzsa Bánk im Literaturladen

Englische Woche im Literaturladen: zwei ausverkaufte Lesungen, drei herausragende Sprach-Akrobatinnen und viel viel Autorinnen-Subtext. Am Montag feierten wir den 100. Geburtstag von Carson McCullers mit einem Live-Radio-Feature von Manuela Reichart und mit von Jutta Hoffmann gelesenen Texten.
Am Mittwoch hat die umwerfend charmante Zsuzsa Bánk ihren neuen Roman „Schlafen werden wir später“ im Waschhaus vorgestellt.

Manuela Reichart und Jutta Hoffmann im Literaturladen, Fotos: Michael Lüder

 

Der Literaturladen hochgebucht im Waschhaus mit Zsuzsa Bánk, Fotos: Michael Lüder

 

 

Buchempfehlung: Lukas Bärfuss „Hagard“

NO RISK, NO FUN

von Felix Palent

Nehmen wir als Ausgangspunkt die Abbildung auf dem Schutzumschlag: Sie zeigt eine Menschenmenge auf einer Treppenanlage in einem Transitbereich. Viele haben eine Tasche bei sich – haben also einen Weg -, Alle bewegen sich in dieselbe Richtung, dem Lichtschein am oberen Ende der Treppenanlage entgegen. Zwei Menschen ragen aus der in gedeckten Farben gekleideten Menge heraus, sie tragen rot. Wenn man nun den Blick auf diese Menge richtet und den eigenen Großstadt-Wahrnehmungs-Modus überlistet, ja, ist es dann nicht so, dass jeder Mensch aus dieser Menge mit seinem individuellen Leben das eigene in Zweifel setzt? Oder zumindest die Einzigartigkeit eines jeden Lebens betont? Und damit darauf hinweist, dass dein Leben, wie du es gerade lebst, eben auch ganz anders hätte verlaufen können? Weiterlesen

Besucht von Judith Hermann

Mit einem überausverkauften Salon haben wir die Frühjahrsspielzeit eröffnet. Judith Hermann hat gelesen und uns damit abermals einen Rausch beschert. Ihre elegante Sprache und die zarten, direkten Blicke in ihren Texten haben wiedermal gezeigt, was für eine Könnerin sie ist. Danke, Judith Hermann, für diesen intimen Einblick in die Schreibstube.

Fotos: Michael Lüder

Buchempfehlung: Zsuzsa Bánk „Schlafen werden wir später“

„Dies ist ein Buch, dem jeder sich selbst hinzufügt“

von Felix Palent

Leuchtende Worte – Kaskaden des Glanzes. Dieses Buch ist wie die Sommersonne am wolkenlosen Himmel. Blendend, eine Behauptung, gleichermaßen beeindruckend in seiner Kraft und seiner Gleichförmigkeit.

Im neuen Roman von Zsuzsa Bánk geschieht so wenig, was das Wort Handlung rechtfertigen würde. Er ist zu Beginn genauso wie in der Mitte und am Ende. Gewissermaßen liegt das bereits in der Struktur des Buches begründet: Hier schreiben sich zwei sehr gute Freundinnen E-Mails, nicht nur sporadisch zum Informationsaustausch, sondern alle paar Tage. Sie halten nicht nur Kontakt, sondern diese beiden pflegen eine Freundschaft. Die Schriftstellerin Márta lebt in Frankfurt am Main mit drei Kindern und einem abwesenden Chaosmann, sie versucht beständig ihr „Lebensachteck aus Supermarkt, Fußballplatz, Kinderarzt, Schülerladen, Kita, Schule, Gemüsehändler und einer Nische Schreibtisch“ auszutarieren. Johanna hingegen hat sich vom Lebenstumult in den Schwarzwald zurückgezogen. Sie lebt allein – oder, um es mit Zsuzsa Bánk zu sagen: „Sie besetzt ihr Leben immer nur mit sich“. Neben ihrem Lehreralltag schwimmt sie im „Drostewortmeer“, schreibt eine Dissertation über Annette von Droste-Hülshoff, hilft im „Geheimen Garten“, dem Blumenladen ihrer Freundin Kathrin. Weiterlesen

Die Lesungen im Frühjahr 2017

Die Lesungen im Frühjahr 2017

27. Februar | 19 Uhr
Lesung eXtra
Judith Hermann
liest eine Geschichte

06. März | 19 Uhr
Lesung eXtra
„Die Ballade vom traurigen Cafe“ –
zum 100. Geburtstag von Carson McCullers
Ein Abend mit Manuela Reichart und Jutta Hoffmann

Mittwoch, 08. März | 19 Uhr
Aufgrund der großen Nachfrage ins Waschhaus verlegt
Lesung eXtra
Zsuzsa Bánk „Schlafen werden wir später“

20. März | 19 Uhr
Blauer Salon
Zu Gast: Christiane Schulz
mit ihrem Lyrikband „Die beschriftete Zeit“

27. März | 19 Uhr
Blauer Salon
Tom Malmquist „In jedem Augenblick unseres Lebens“
Tom Malmquist hat die Lesung abgesagt
stattdessen wird René Schwittay aus dem Buch lesen

30. März | 19 Uhr | Stadt- und Landesbibliothek
Literaturladen on Tour
Eva Menasse „Tiere für Fortgeschrittene“

03. April | 19 Uhr
Blauer Salon | PAPIERFRIEDHOF
Ein Abend zur Leipziger Buchmesse – Teil 2

10. April | 19 Uhr
Lesung eXtra
Marcel Reif „Nachspielzeit – Ein Leben mit dem Fußball“

24. April | 19 Uhr
Blauer Salon
„Make the american literature great again!“
Ein Abend mit der Johnson/Kushner/Franzen/Fitzgerald/Sayrafiezadeh-Übersetzerin Bettina Abarbanell

08. Mai | 19 Uhr
Blauer Salon | THEATER THEATER
„Die schönen Tage von Aranjuez“ – Ein Abend für Peter Handke

Es liest: Jutta Wachowiak

15. Mai | 19 Uhr
Blauer Salon | SCHWERGEWICHTE
Zum Erscheinen des sechsten Bandes „Kämpfen“ –
Ein Abend zu Karl Ove Knausgårds „MIN KAMP“

Buchempfehlung: Die Briefe und Buchbesprechungen von Hermann Hesse

»So freue ich mich auf die Lektüre sehr … «
Hermann Hesse schreibt an und über Hans Fallada

von Mathias Iven

Jüngste Schätzungen besagen, dass Hermann Hesse bis zu 40.000 Briefe in seinem Leben geschrieben haben soll. Einer der besten Kenner dieser Hinterlassenschaft ist Volker Michels. Im Rahmen der von ihm herausgegebenen, auf zehn Bände angelegten Edition der Gesammelten Briefe erschien unlängst der mittlerweile vierte Band, der Schreiben aus den Jahren 1924 bis 1932 versammelt.

Für Hesse, der seit 1919 im Schweizerischen Montagnola lebte, waren es Jahre des »Werdens und der Wandlungen« – vor allem im privaten Bereich. 1923 trennte er sich von seiner Frau Mia, schon im Jahr darauf heiratete er in zweiter Ehe die Sängerin und Malerin Ruth Wenger. Nur drei Jahre sollte diese Verbindung halten. In einem kurz nach Erhalt der Scheidungsklage im März 1927 geschriebenen Brief war zu lesen: „Der Beweis, daß man mit einem Menschen wie mir unmöglich leben könne, und daß ich durch und durch minderwertig und lebensunfähig sei, wurde der Frau [Ruth Wenger] nicht schwer – ihre Klageschrift besteht zum weitaus größten Teil aus Stellen meiner eigenen Schriften, dem Kurgast, der Nürnberger Reise etc.“ – Ein drittes Mal trat Hesse 1931 vor den Traualtar: Ninon Dolbin sollte bis zu Hesses Tod im Jahre 1962 an dessen Seite bleiben. Weiterlesen