Peter Schneider, Die Lieben meiner Mutter

Es war ein wunderbarer Sommerabend am 17. August auf den Terassen der Villa Quandt. Und die Eröffnung der literarischen Saison 2013/2014 mit der Lesung des neuen Buches von Peter Schneider „Die Lieben meiner Mutter“ durch Peter Schneider und Rita Feldmeier, die die Stimme der Mutter übernahm, machte dem Wetter alle Ehre, war ein literarisches Sommerabendvergnügen.


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Deutscher Buchpreis 2013 – Mein Tip

In den letzten Jahren lag ich mit meinen Vorhersagen meist richtig. Die Preisträger, 2011 Eugen Ruge und 2012 Ursula Krechel, hatten wir schon vorher zu Lesungen nach Potsdam verpflichten können.

Heute ist die Longlist veröffentlicht worden. Aus 201 Titeln in der Auswahl wurden jetzt 20 Romane nominiert. Die Shortlist wird am 11. September veröffentlich.

Wenn die Würfel wie in den letzten Jahren fallen, wird Daniel Kehlmann mit „F“ den Deutschen Buchpreis erhalten. Daniel Kehlmann wird „F“ am 17. September in Potsdam vorstellen.

Also spricht Wist:
Helga Schütz, Sepia

Helga Schütz: Sepia, Aufbau-Verlag, 393 S., 21,99 €

Die 1937 in Falkenhain/Schlesien geborene Helga Schütz ist eine stille Autorin. Nicht die Pauke, nicht die Trompete sind ihre Instrumente.Viel mehr die Geige, nicht die erste.Man muß genau und sensibel hinhören, um den feinen , den unaufgeregten Strich der seit über 5 Jahrzehnten in Potsdam lebenden Helga Schütz zu vernehmen.Ob es Julia, Anna oder Jette waren – mit ihren Romanfiguren hat sie sich einen festen Platz in den Köpfen ihrer Leser erschrieben. In ihrem soeben erschienenen neuen Roman“Sepia“ steht wieder eine junge Frau im Mittelpunkt. Eli ist erst 17, sie kommt aus Dresden, war in der Bombennacht verschüttet, lebt bei ihrem Großvater Anton und will in die große weite Welt hinaus. Weiterlesen

Der Literaturladen in der Literatur:
Christa Wolf
Ein Tag im Jahr 1960 – 2000

1988 Ich finde es normal ein Buch zu lesenChrista Wolf notiert am Montag, 27. September 1993:

„Das ehemalige Hans-Marchwitza-Haus, das natürlich nicht mehr so heißt, ist abgeschlossen, von einem Seiteneingang her kommen wir in den „Bacchus-Keller“, zugleich mit Hermann Vinke, mit dem wir verabredet sind, der aus Bremen gekommen ist, wir setzen uns in eine Nische und fangen an, den Ablaufplan für den Abend noch einmal durchzugehen, ein junger kesser Kellner kommt, um uns ein Pilzgericht vorzuschlagen, in den märkischen Wäldern, hören wir, könne man diesen Herbst die Pfifferlinge mit der Sense mähen, wir essen also Steak mit Pfifferlingen, dazu die unvermeidlichen Kartoffelbällchen, trinken Schorle, da kommen die beiden Buchhändler, die den Abend veranstalten, W & R,

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Der Literaturladen in der Literatur:
Julia Schoch
Erste Sätze von Romanen

Schoch Buch2

Literaturladen Wist Potsdam

Einmal hatte ich in dem kleinen  getäfelten Raum über dem Literaturladen Wist eine Lesung, bei der mich ein Trompeter begleitete. Man muss sich das so vorstellen: Während die Potsdamer Einkaufsstraße abends abstirbt, leer und finster wird, war aus einem einzigen Haus, genauer: aus dem Obergeschoss des zweistöckigen Barockhauses, die Stimme einer Vorlesenden zu hören. Dazu die Trompete. Und später die Stimme von Carsten Wist, dem Buchhändler, der über seinem Geschäft – als einziger, letzter in dieser Stadt, wie mir scheint – eben jenen Salon betreibt. Die Fenster standen weit offen zur Nacht hin, eine Insel aus Tönen und Licht inmitten der Dunkelheit.

Aber auch tagsüber ist dieser Buchladen eine Aufatmungs-Oase zwischen den Allerweltsfirmen und den üblichen Zumutungen der Kaufhauswelt

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