Boris Palmer

„Vom guten Leben in guter Gesellschaft – zu Gast bei Carsten Wist“ heißt die Veranstaltungsreihe, zu der die Heinrich Böll Stiftung Brandenburg eingeladen hat. Jetzt bereits zum 17. Mal zu einem Gespräch mit Boris Erasmus Palmer, dem Oberbürgermeister von Tübingen, aus dem Schwobeländle, wo sie bekanntlich alles können, nur nicht Hochdeutsch. Wir erkennen das neidvoll an. Boris Palmer hatte vor seiner politischen Laufbahn Mathematik und Geschichte studiert; ohne Mathematik könne man unsere Welt nicht mehr begreifen; Recht hat er. Als Oberbürgermeister – im Ländle sind die Oberbürgermeister kleine Könige – ist er immer in der Spur, um dies oder das noch besser zu machen als es eh schon ist. Zuletzt hat er Facebook als neue Agora erschlossen; der SPIEGEL hat ihn dann stante pede zum Oberboris befördert.

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Das Gespräch moderierte der wunderbar temperamentvolle und pfiffige Soziologe und Verwaltungswissenschaftler Holger Backhaus-Maul. Es war ein vergnüglicher Abend. Wir haben Boris Palmer, der zuletzt Game of Thrones gelesen hatte, mit einer gewissen Anzüglichkeit Jerôme Ferraris Roman „Predigt auf den Untergang Roms“, die sich auf den Kirchenvater Augustinus von Hippo bezieht, geschenkt.

Der kleine Hei 2013 ging an Marion Poschmann

Der kleine Hei ist der Literaturpreis von Wist – Der Literaturladen. 10 mal ist der kleine Hei bisher verliehen worden; 2003 ging er an Katja Oskamp für „Halbschwimmer“, 2004 ab Juli Zeh für „Spieltrieb“, 2005 an Tilmann Rammstedt für „Wir bleiben in der Nähe“, 2006 an Thomas Weiss für „Folgendes“, 2007 an Julia Franck für „Die Mittagsfrau“, 2008 an Thomas Pletzinger für „Bestattung eines Hundes“, 2009 an Julia Schoch für „Mit der Geschwindigkeit des Sommers“, 2010 an Judith Zander für „Dinge, die wir heute sagten“, 2011 an Judith Schalansky für „Der Hals der Giraffe“, 2012 an Jenny Erpenbeck für „Aller Tage Abend“.

Die zweite Dekade beginnt also jetzt mit Marion Poschmann und ihrem Roman „Die Sonnenposition“.

Eindrücke eines schönen Abends

Fotos: Michael Lüder

Rückschau:
Literaturgespräch mit Terézia Mora

Kann die Preisträgerin des Deutschen Buchpreises 2013 Terézia Mora kommen, wird Terézia Mora kommen – das war die bange Frage am 26. November. Trotz ihres engen Terminkalenders hatte sie, die bei uns bereits 2005 und 2010 gelesen hatte, für eine Lesung zugesagt. Terézia Mora, erfuhren wir, sei schwer erkältet. Aber wie schon der erkältete und verschnupfte Christoph Ransmayer hat auch Terézia Mora alles getan, um in der Lage zu sein, bei uns in Potsdam zu lesen. Das ist umso bemerkenswerter, als Terézia Mora im Gegensatz zu Christoph Ransmayer und zu ihrem Helden Darius Kopp ungern reist; unterwegs sein ist für sie eine Strapaze.

Fotos: Michael Lüder
Einige Eindrücke aus Lesung und Gespräch