Der tägliche Fritz (10)

Raddatz-BannerHaus Kampen, Kampen / Sylt, den 11. August 2003
„Was soll nun noch kommen in meinem Leben, für mein Leben? Ich habe kein ernsthaftes Arbeitsprojekt (…). Vor mir keine Erzählung, geschweige denn ein Roman, kein Essay. Nix. So schlafe ich, gehe spazieren, schwimme – aber DAZU ist man doch nicht auf der Welt?!
Frage mich, ob die Menschen, die da am Strand stundenlang mit irgendeinem Ball spielen: unermüdlich, Ping-Peng-Pong-Pang – ob die, würde irgendeine ‚Weltordnung‘ sie automatisch mit monatlichem Gelde versehen, dann ihr ganzes Leben nur mit einem Kullerball spielten? Ist DAS das Paradies, war das mal gemeint, bevor Eva mit ihrem Obsthandel anfing: nur spielen, dämmern, essen, dösen, an irgendeinem Sonnenstrand liegen (WENN mal ein Buch vorkommt – dann, um es als Sonnenschutz übers Gesicht zu legen …)?“

Fritz J. Raddatz: Tagebücher. Jahre 2002 – 2012, Rowohlt Verlag, 24,95€

 

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