Der tägliche Fritz (11)

Raddatz-Banner3. Oktober 2003
„Nun also auch endgültiger Bruch mit Günter Grass. Das trifft mich nun wirklich, anders als irgendwelche Hochhuth-Hysterien: Ich hing an ihm, mochte ihn trotz aller Selbstherrlichkeit, vergesse ihn auch nicht, daß er, als einziger, sich immer mal und öfter für mich eingesetzt hat (…). Es war stets eine schwierige Freundschaft, aber selbst der häufige Streit mit ihm, meist hinterher mit Rotwein runtergespült, war – ich übertreibe da wohl nicht – Teil meines Lebens.“

Hotel Gerhards, Göttingen, den 13. Oktober 2003
„Makabre kleine Beckett-Scene: Im Frühstücksraum des Frankfurter Hotels saßen Grass und ich Rücken an Rücken und taten, als hätten wir uns nicht bemerkt. Bitter.“

Fritz J. Raddatz: Tagebücher. Jahre 2002 – 2012, Rowohlt Verlag, 24,95€

 

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