Der tägliche Fritz (20)

Raddatz-BannerThe Golden Park, Nizza, den 5. Mai 2005
„Ein schwarzer Blitz hat zerrissen, was als faule, sonnige, verdöste Tage ohne Termin im Genick und ohne andere Nöte geplant war … Meine Schwester, die Schnecke, die geliebte Verrückte und liederlich Liebende, ist tot. Gleich am Tag nach meiner Ankunft kam der Anruf (…): die Totenfeier in einem buddhistischen Tempel in Bangkok. Von Tempelhof zum Tempel in Thailand – was für ein Lebensbogen, wieviel Wirrnis, wieviel Jagd nach dem Glück, wieviel Ungeduld und wieviel verschlampte Unbürgerlichkeit prägte(n) dieses Leben. (…) Aber ich habe sie geliebt -, und ganz ins Grab geht sie erst, wenn ich in das meine muß; denn bis dahin wird sie in mir vorhanden sein.“

Fritz J. Raddatz: Tagebücher. Jahre 2002 – 2012, Rowohlt Verlag, 24,95€

 

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