Der tägliche Fritz (27)

Raddatz-BannerThe Golden Park, Nizza, den 21. September 2006
„Verblüffte Flugzeuglektüre hierher. Der wippende Enzensberger publiziert in ‚Cicero‘, was er kokett einen ’sokratischen Dialog‘ nennt, was bei nur geringfügig-aufmerksamem Lesen sich als Papperlapapp erweist; ein ca. 4-seitiger Essay wäre der Kern gewesen. (…) Schlimm nun aber was anderes: Die entsetzlich mickrige Dialog-Dramaturgie (…) zeigt, daß Enzensberger an Menschen überhaupt nicht interessiert ist, er KENNT sie nicht (…) und WILL sie nicht kennen. Weswegen er nie Dramatiker war – es sind Sprechblasen, Pappkamerade, Stichwortgeber für den Essayisten Enzensberger. Dieser Dialog ist nicht sokratisch oder was immer – er ist ÜBERHAUPT keiner. (…) Mit fällt dieser Niveau-Abfall hinunter zu kalauernden Schlenkern bei ihm schon lange auf: Wird er eventuell wie wir alle, auch älter?“

Fritz J. Raddatz: Tagebücher. Jahre 2002 – 2012, Rowohlt Verlag, 24,95€

 

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