Der tägliche Fritz (28)

Raddatz-Banner7. August 2007
„Da ich so spinös, fällt mir der spinöse Kempowski ein und stößt mir auf mit diesem unangenehmen Sterbebett-Tourismus, den er weiter und weiter und weiter verfolgt, es gibt kaum noch eine Zeitung, deren Reporter er nicht am Sterbebett empfangen hat. Nun hat Dr. med. Kempi auch noch eine Medizin gegen Darmkrebs entdeckt, geradezu Nobelpreisverdächtig: Literaturpreise. Er sei nämlich VERGIFTET worden (…) mit Nicht-Anerkennung – – – da er so viele Jahre keine Literaturpreise, keine Einladungen zu Talkshows (danach also sehn sich ein Schriftsteller, nach Talkshows??!) erhalten habe: habe er, davon vergiftet, nun Darmkrebs. Aber ‚Ich sterbe gerne‘.“

Fritz J. Raddatz: Tagebücher. Jahre 2002 – 2012, Rowohlt Verlag, 24,95€

 

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