Der tägliche Fritz (36)

Raddatz-Banner1. Juni 2010
„Ein deutscher Bundespräsident tritt zurück – – – und kann in seiner wenige Sätze umfassenden Erklärung kein korrektes Deutsch: Er liest brav, immer der Sparkassendirektor, von seinem Blatt ab und sagt, die Kritik an ihm entbehre ‚jeder Rechtfertigung‘. Meinen meinte er wohl Berechtigung oder Grundlage – nur ‚Rechtfertigung‘ ist nun das vollkommen falsche Wort. Woraufhin der nächst-hohe Politiker, in diesem Fall Politikerin, nämlich die Dame Merkel, bemerkt, sie bedauere den Rücktritt ‚auf das Allerhärteste‘. Man kann also hart bedauern, härter und allerhärtest. DAS sind die Damen & Herren, die tagaus, tagein schirpen, nur einwandfreie Deutsch-Kenntnisse der Immigranten seien die Voraussetzung zur Integration. Sollen sie erst mal selber ins Goethe-Institut in Ankara gehen und Deutsch lernen.“

Fritz J. Raddatz: Tagebücher. Jahre 2002 – 2012, Rowohlt Verlag, 24,95€

 

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