Der tägliche Fritz (40)

Raddatz-Banner27. Juli 2011

Ich bin sehr alt, und mit mir zusammen werden die nie ausgesprochenen Worte verschwinden
In denen längst verstorbene Menschen ein Zuhause hätten finden können.

Selbst die Verzagtheit läßt einen Literaten noch zitieren: Dies Gedicht ‚Personen‘ von Czeslaw Milosz definiert ziemlich genau meinen Geistes-, also auch Seelenzustand. Ich bin aus der Welt gefallen. Ganze, offenbar WESENTLICHE und den heutigen Alltag prägende Worte, Begriffe, Satzteile kann ich nicht mehr verstehen, es gibt lange Passagen in Zeitungen, auch in Werbeplakaten (an Litfaßsäulen z.B.), die mir absolut nichts sagen.“

Fritz J. Raddatz: Tagebücher. Jahre 2002 – 2012, Rowohlt Verlag, 24,95€

 

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