Der tägliche Fritz (44)

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„Ich darf mir nach einem Leben voll Arbeit, ja, auch Ehrgeiz (wie kommt eigentlich der Geiz in die Ehre?) und Eitelkeit nicht vormachen, als ‚bliebe‘ da etwas. Ich war / bin ein sogen. ‚bunter Hund‘ (…), ein zwar nicht berühmter, aber doch bekannter Mann / Autor / Kritiker, un homme connu, wie man so sagt: mehr aber nicht. Und das vergeht wie der Rauch. Geblieben ist – manchmal – ein WERK, Michelangelo, Thomas Mann, Mozart usw., auch ein Werk-Gerücht – Proust, Joyce, ungelesen, aber zum obligaten Kanon zählend. Schon bei den Zeitgenossen (denen ich viel zu viel meines Lebens gewidmet habe) Grass, Walser, Christa Wolf, Uwe Johnson et tutti quanti ist es fraglich, bei Kollegen wie Joachim Kaiser oder Ranicki ganz klar – oft sind sie schon zu Lebzeiten nur mehr Gerücht, Legende.“

Fritz J. Raddatz: Tagebücher. Jahre 2002 – 2012, Rowohlt Verlag, 24,95€

 

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