Der tägliche Fritz (47)

Raddatz-Banner„Nun ist (11. Dezember – wohl schon am 9. Dezember) Schoenberner gestorben. (…) Meine Seele ist verhornt. Ich bin traurig, gewiß, aber mehr im Sinne von ’schade‘, nicht im tiefsten, existentiellen Sinn erschüttert wie noch bei Wunderlichs Tod.
So bin ich eigentlich kein Mensch mehr, sondern ein Menschen-Darsteller. Ich müßte über mich empört sein – bin jedoch nicht mal das.Stattdessen lese ich, mir selber applaudierend, fast behaglich-genüßlich Massen alter Publikationen von mir (für den Rowohlt-Essayband), finde das meiste ‚gut‘. (…)
Die Welt schweigt.
Oder stirbt.

Finis Tagebuch“

Fritz J. Raddatz: Tagebücher. Jahre 2002 – 2012, Rowohlt Verlag, 24,95€

Ein Gedanke zu “Der tägliche Fritz (47)

  1. Der „tägliche Fritz“ hat den alten Raddatz noch faszinierender gemacht.
    Und nu ?
    Fini ?
    R. hat das Ende ja schon weise vorausgeschrieben, als er sich vom Sarkasten zum Nöhler begab. Aber der tägliche Fritz hält den melancholisch beissenden Beobachter wach. Gibt es da einen Nachfolger…

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