André Kubiczek war im Literaturladen zu Gast!

„Das fabelhafte Jahr der Anarchie“ bescherte uns ein volles Haus und zahlreiche Erinnerungssplitter in die offene, ungebändigte Zeit des Umbruchs zwischen 1989 und ’90.

Zur Rezension in den PNN „Revolution im Vakuum“

Buchempfehlung: Sigrid Damm „Goethes Freunde in Gotha und Weimar“

Weimar oder Gotha?

von Mathias Iven

1781 – Gerade einmal sechs Jahre ist Goethe in Weimar, da schreibt er: „Die Gunst die man mir in Gotha gönnt macht viel Aufsehn […]“. Woher rührt diese Bemerkung? Die Ausgangslage ist schnell skizziert. Auf der einen Seite haben wir Ernst II., der Gotha – damals die zweitgrößte und von manchen Zeitgenossen als die schönste Stadt Thüringens bezeichnet – als aufklärerischer Fürst regiert, auf der anderen Seite sehen wir Herzog Carl August, den jugendlichen Herrscher, der Goethe in Weimar ein Leben als „Künstler und Gast“ ermöglichen wird. Wollte Goethe, der in Weimars Nachbarstadt gern gesehene und umworbene Gast, insgeheim die beiden Fürstenhöfe gegeneinander ausspielen?

Wer, wenn nicht Sigrid Damm, könnte diese Frage besser beantworten? „Goethe“, so Damm, „ist ein Taktiker“. Für sie, die in Gotha Geborene und mit des Geheimrats Leben so wohl Vertraute, ist das Thema Goethe noch lange nicht abgeschlossen. Mit ihrem neuen Buch widmet sie sich einem äußerst interessanten, von der Forschung bis dato allerdings nur am Rande behandelten Thema (man schaue sich beispielsweise den entsprechenden Eintrag im Goethe-Handbuch an). Weiterlesen