Also spricht Wist: Ferienzeit, was lesen?

Die literarischen Frühjahrsmessen sind gesungen, bis zu den Herbstmessen dauert es noch. Die Hundstage kommen und gehen, die Ferienzeit beginnt. Was kann man mitnehmen? Also spricht Wist und empfiehlt:

P.S. noch ein kleiner Einwand gegen den literarischen Berserker Rainald Goetz. Michel Houellebecq ist nie unerbittlich gegen seine Figuren, auch wenn er sie schonungslos ausleuchtet; er verurteilt sie nicht. Rainald Goetz dagegen ist Richter und Scharfrichter (Othmar Kaufmann)

Buchempfehlung: Haruki Murakamis frühe Romane

Wildes Murakami-Flippern

von Carsten Wist

Für die unzähligen Leser und Fans des 1949 in Kyoto geborenen Haruki Murakami ist das Erscheinen der beiden ersten, bis dahin noch nicht veröffentlichten Romane des japanischen Autors jetzt schon die Sternstunde des Literaturjahres 2015. Jetzt endlich liegen „Wenn der Wind singt“ und „Pinball 1973“ vor. Murakami hat die Milde gegenüber seinen Anfängertexten aufgebracht und sie nach fast vier Jahrzehnten freigegeben. In einem erhellenden Vorwort erzählt Murakami, wie er überhaupt zum Schreiben kam: Es war im April 1978, er saß im Tokioter Jingu-Stadion und sah ein Baseball Spiel. Als Dave Hilton einen Two-Base-Hit schlug, gab es diesen satten, schönen Ton, als der Schläger den Ball traf. Und genau in diesem Moment kam Murakami der Gedanke, er könne vielleicht einen Roman schreiben. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete er in einer Jazzbar, konnte also nur tief in der Nacht am Küchentisch schreiben. Das tat er, um seinen eigenen Stil zu finden, erst auf Englisch, hier waren seine Sätze kürzer, einfacher, weniger ausschweifend. Murakami übersetzte seine Texte dann ins Japanische zurück. Weiterlesen