Lesung eXtra: Roland Schimmelpfennig „An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Lesung eXtra
ROLAND SCHIMMELPFENNIG
„An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts“
Montag, 04. April, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen
Eintritt: 5€

Deutschlands meistgespielter Dramatiker betritt eine ganz andere Bühne: Roland Schimmelpfennig kommt mit seinem ersten Roman in den Literaturladen. Und das ist ein großer Wurf: ein so wohlkomponiert melodischer Berlin-Brandenburg-Roman, der von den streunenden Bewegungen eines Wolfes grundiert wird.

Lesen Sie hier eine Rezension

Der Blaue Salon am Montag mit aktuellen Büchern von der Leipziger Buchmesse

BLAUER SALON
PAPIERFRIEDHOF
Ein Abend zur Leipziger Buchmesse
Montag, 21. März, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen

Spontangäste im Blauen Salon: Die Verleger des Secession-Verlages Christian Ruzicska und Joachim Zeppelin mit ihrem Autor Vincenzo Latronico und seinem Buch „Die Verschwörung der Tauben“!


					

Erzähl, Dramatiker! – Teil 3: Nis-Momme Stockmann

Teil 3: Nis-Momme Stockmann „Der Fuchs“
Die unendlich unwahrscheinliche Geschichte vom Fuchs, der sich verlaufen hat

von Felix Palent

Stockmann hat Mut. Hier tritt ein Autor mit geballter Faust und lauter Stimme auf, ein selbstbewusster Mann, der sich alles zutraut. Schon der Prolog hebt mit großer Geste und viel Eigensinn an. Im nordfriesischen Dorf Thule ist eine Sturmflut ausgebrochen, die Bewohner sitzen auf den Dächern und hoffen auf Rettung aus dem unendlich angewachsenen Meer. So auch Finn Schliemann mit ein paar Freunden. Und weil es so langweilig ist auf etwas so unwahrscheinliches wie Hilfe zu warten, erinnert sich Finn müde wegdämmernd an seine Jugendzeit. Besonders an die im Dorf gefürchteten halbstarken „Baschis“, mit denen es immer wieder handfeste Probleme gibt, und an das mysteriöse Mädchen Katja.

Sowohl Stockmann wie auch dieses Mädchen Stockmann, Fuchs Coversind jugendlich verspielt und von Ideen berauscht. Katja fixiert sich auf ein immer wieder auftauchendes Symbol – zwei konzentrische Kreise mit einem senkrechten Strich durch die untere Hälfte -, und dessen mögliche Verbindung mit zahlreichen nie gefundenen Leichenteilen von Toten des Dorfes. Irgendwann finden Finn und seine Gang einen alten Arm und schon beginnt die verzehrende innere Mechanik von Verschwörungstheorien die Oberhand zu gewinnen. Warum liegt ein abgetrennter Arm einfach so am Dorfteich? Was vorher noch als harmlose Jugendgeschichte erzählt wurde, wird plötzlich sehr mysteriös. Nicht nur die Handlung beginnt sich vielsagend aufzufächern, auch der Roman wird mit Schreibweisen und Formspielen bis zum Bersten aufgeladen. Schließlich verliert sich nicht nur Katja im Gewusel der Zeichen und bedeutungsschwangeren Symbole, sondern leider auch der Text. Stockmann vermischt Pop mit Agentenkrimi, Coming-of-age mit Science-Fiction, eine traumartige Verwunschenheit mit philosophischen Reflektionen. Je intensiver diese verschiedenen Arten des Schreibens ausgestellt werden, desto mehr drängt sich der Eindruck auf, dass sich hier ein Autor am eigenen Talent ergötzt. Weiterlesen

Joanna Bator war im Literaturladen zu Gast

Zehn Jahre nachdem Andrzej Stasiuk im Literaturladen war, ist es dank des Brandenburgischen Literaturbüros gelungen, die große polnische Autorin Joanna Bator und ihre Übersetzerin Lisa Palmes nach Potsdam zu locken.

 

Fotos: Michael Lüder

Buchempfehlung: Juli Zeh „Unterleuten“

Intrigieren, Koalieren, Antichambrieren, Reanimieren, Kokettieren, Stimulieren, Anschmieren

von Carsten Wist

Da zog es sie einst mit Lust aufs Land, auf der Suche nach der idyllischen Alternative zum hektisch-urbanen Großstadtleben. Gerhard, der habilitierte Soziologe, nun der engagierte Vogelbeschützer und seine 20 Jahre jüngere Sophie. Doch nun ist der Sommer nicht nur verdammt heiß, sie werden auch noch von schwarzen, stinkenden Rauchschwaden, die vom Grundstück des dicken Autoschraubers Schaller rüberwehen, eingeräuchert. So beginnt der neue Roman von Juli Zeh.“Unterleuten“ heißt er. Unterleuten ist das fiktive Dorf irgendwo in Brandenburg, in dem die Autorin ihren Roman angesiedelt hat, der so eine Art Versuchsanordnung zum Thema „Leben auf dem Land“ ist. Weiterlesen

Literaturladen on Tour: Karen Duve liest!

Literaturladen on Tour

KAREN DUVE
„Macht“
Mittwoch, 16. März, 19 Uhr
Ort: Stadt- und Landesbibliothek
Eintritt: 8€

Duve lässt das Elend leuchten. Volker Weidermann, Der Spiegel

 

Macht ist kein Ponyhof. Für niemanden. (…) Ein Manifest, aus dem blutige Wutsuppe tropft. Eine Horrorshow mit Unterhaltungswert. Katharina Granzin, taz

Brillant geschrieben. So köstlich, dass man vor lachen weinen möchte. Marlen Hobrack, der Freitag

Ein düsterer Abgesang aufs Abendland, überspitzt und bitterböse. Natascha Geier, NDR Kulturjournal

Das Buch pendelt zwischen Heiterkeit und Brutalität – und hält einige Überraschungen bereit. Anselm Schröder, Hamburger Morgenpost

Ein Totengespräch mit Arthur Schopenhauer

Literatur und Gesellschaft

Zehn Fragen an Arthur Schopenhauer

gestellt und aufgezeichnet von Mathias Iven

Nur ein paar Tage liegt der Geburtstag von Arthur Schopenhauer zurück. Sehr präsent ist der 1860 in Frankfurt am Main verstorbene Philosoph allerdings im allgemeinen Bewusstsein nicht mehr, und auch in den Vorlesungsverzeichnissen der Universitäten stößt man nur noch selten auf seinen Namen. Hat uns der Autor von „Die Welt als Wille und Vorstellung“ nichts mehr zu sagen? Wird er langsam zu einer Randfigur der Philosophiegeschichte degradiert?

Nicht wenn es nach Ernst Ziegler und seinen beiden Mitstreitern Anke Brumloop und Manfred Wagner geht. Emsig sind die drei seit Jahren damit beschäftigt, die nachgelassenen Notizbücher Schopenhauers mustergültig aufzubereiten. Nach den „Senilia“ und den „Spicilegia“ ist soeben der dritte von zehn geplanten Bänden erschienen. Der „Pandectae“ betitelte Band (was so viel wie „Allumfassendes“ heißt, ebenso aber auch für „Sammlung“ steht) enthält Schopenhauers philosophisches Tagebuch aus den Jahren 1832 bis 1837.

Grund genug, dem Autor ein paar Fragen zu stellen …

* * *

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Lesung eXtra: Joanna Bator „Dunkel, fast Nacht“

Lesung eXtra
JOANNA BATOR
mit ihrer Übersetzerin Lisa Palmes

„Dunkel, fast Nacht“
Montag, 14. März, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen
Eintritt: 5€

Liebesgeschichte, Kriminalroman, Epochenporträt – Joanna Bator hat einen hochaktuellen Roman über die Brüchigkeit einer Gesellschaft geschrieben, die ihre gemeinsame Sprache verloren hat. Ein über die polnische Wirklichkeit hinaus scheinendes Buch, ein dringlicher Roman von europäischer Bedeutung.

 

Eine Veranstaltung des Brandenburgischen Literaturbüros in Kooperation mit dem Literaturladen Wist.

 

Norbert Gstrein war im Literaturladen zu Gast

Wir haben einen Autoren der Extraklasse wiederentdeckt. Norbert Gstrein ist kein Provokateur, wie manch böse Zunge behauptet, sondern ein mutiger Erzähler von europäischem Rang. Was ist das für ein starkes, intensives, politisches Buch, mit durchaus brisanten Passagen zu einem völlig verkrampften israelisch-palästinensischen Konflikt. Lesen Sie „In der freien Welt“!

Fotos: Michael Lüder