Buchempfehlung: Hannah Arendt „Schreib doch mal ‚hard facts‘ über dich“

Zwei Philosophen in Nowawes

Der Briefwechsel zwischen Hannah Arendt und Günther Anders

von Mathias Iven

Am 26. September 1929 gaben sie sich im Standesamt von Nowawes, dem heutigen Kulturhaus Babelsberg, das Jawort. Die Rede ist von Hannah Arendt und Günther Stern, der seit Anfang der dreißiger Jahre seine Artikel unter dem heute bekannteren Namen „Günther Anders“ veröffentlichte. Nur wenige Wochen zuvor hatten die beiden eine kleine Wohnung in der damals zu Nowawes gehörenden Merkurstraße bezogen. Bereits im Frühjahr 1930 übersiedelte das Paar nach Frankfurt am Main, später zogen sie nach Berlin. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierten sie nach Paris.

Acht Jahre lang waren sie verheiratet. Im September 1937 – Anders lebte inzwischen in den USA – wurde die Ehe aufgehoben. In den Unterlagen dazu findet sich die lapidare Bemerkung: „Durch das am 8. September 1937 rechtskräftig gewordene Urteil des Landgerichts in Berlin ist die Ehe zwischen Günt[h]er Siegmund Stern und der Johanna Stern, geborene Arendt geschieden worden.“ Weiterlesen

Lesung eXtra: Katerina Poladjan & Henning Fritsch „Hinter Sibirien“

Lesung eXtra
Katerina Poladjan & Henning Fritsch
„Hinter Sibirien. Eine Reise nach Russisch-Fernost“

Montag, 28. November, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen

Wenn man von Moskau aus acht Stunden in Richtung Osten fliegt, ist man immer noch in Russland. Hier, in Wladiwostok, wo Berlin eine halbe Erdumrundung entfernt ist, beginnen Katerina Poladjan und Henning Fritsch eine Abenteuerreise, die sie bis zur chinesischen Grenze führt, ins große unbekannte Land zwischen Baikalsee und Pazifik. Sie erleben das extreme Klima, lassen sich überwältigen von der Endlosigkeit der verschneiten Steppe vor den Zugfenstern der Transsibirischen Eisenbahn, tauchen ein in eine wundersame Welt hinter dem Ural, seit Jahrhunderten ein Ort der Verbannung und der Sehnsucht.

Der Blaue Salon mit einem Abend zu Cormac McCarthy

DER BLAUE SALON | SCHWERGEWICHTE
Ein Abend zu Cormac McCarthys „Border“-Trilogie
Mon
tag, 21. November, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen

Die Border-Trilogie ist „eine große erzählerische Reflexion über Vergänglichkeit, Gewalt, Schmerz und die Unmöglichkeit der Erlösung“ (Die Zeit) – und eine radikale Desillusionierung des ewigen Traums von Gerechtigkeit, Liebe, Zugehörigkeit und Heimat.

Cormac McCarthy ist ein „Beckett zu Pferde“ (FAZ).

 

Lesung eXtra: Saskia de Coster „Wir und ich“

Lesung eXtra
Saskia de Coster „Wir und ich“
Montag, 14. November, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen
Eintritt: 5€

Die Mutter Neurotikerin aus altem Geldadel, der Vater ein Kontrollfreak, der Onkel Häftling auf Freigang, die Oma eine alte Ziegenhirtin – die Vandersandens sind so überspannt wie vermögend. Nur Einzelkind Sarah will raus aus dem goldenen Käfig. Ein herrlich ironischer Gesellschaftsroman über eine verkorkste Familie.

Christoph Ransmayr las aus seinem neuen Roman „Cox Oder der Lauf der Zeit“

Donnerstag, 10. November 2016, Potsdam, Villa Quandt: Der gegenwärtig sprachmächtigste Autor der Literaturwelt betritt die Bühne – Christoph Ransmayr. Was für ein Fest der Sprache!

Fotos: Michael Lüder

Peter Stamm war im Literaturladen zu Gast

 

Fotos: Michael Lüder

Lesung eXtra: Peter Stamm „Weit über das Land“

Lesung eXtra
Peter Stamm „Weit über das Land“
Montag, 07. November, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen
AUSVERKAUFT,
Restkarten evtl. an der Abendkasse

Ist es ein neuer Anfang, wenn man alles hinter sich lässt? Der neue große Roman von Peter Stamm.
Ein Mann steht auf und geht. Einen Augenblick zögert Thomas, dann verlässt er das Haus, seine Frau und seine Kinder. Mit einem erstaunten Lächeln geht er einfach weiter und verschwindet. Astrid, seine Frau, fragt sich zunächst, wohin er gegangen ist, dann, wann er wiederkommt, schließlich, ob er noch lebt.
Jeder kennt ihn: den Wunsch zu fliehen, den Gedanken, das alte Leben abzulegen, ein anderer sein zu können, vielleicht man selbst. Peter Stamm ist ein Meister im Erzählen jener Träume, die zugleich locken und erschrecken, die zugleich die schönste Möglichkeit und den furchtbarsten Verlust bedeuten. ›Weit über das Land‹ ist ein Roman, der die alltäglichste aller Fragen stellt: die nach dem eigenen Leben.