Buchempfehlung: Prominente in Potsdam

»… daß gantze Eylandt mus ein paradis werden …«

Potsdamer Berühmtheiten im Blick

von Mathias Iven

Vor gut zehn Jahren hat der be.bra verlag die Reihe „Prominente in …“ begonnen. Zunächst beschränkte man sich auf Berlin. Es erschienen Bände zu den Stadtbezirken Dahlem, Lichterfelde, Pankow, Friedenau, Wannsee, Grunewald und Westend. 2015 ging man über die Grenzen der Hauptstadt hinaus und präsentierte Dresdner Prominente. Und nun: Potsdams Berühmtheiten.

Der seit 1995 in Berlin lebende Stuttgarter Gerhard Drexel hat die Landeshauptstadt und ihre Geschichte gründlich studiert. Beginnend in der Bronzezeit führt er seine Leser zunächst durch die Jahrhunderte und zeichnet auf knapp 30 Seiten die wichtigsten Stationen der Stadtentwicklung bis in die heutige Zeit nach. Dass er der Babelsberger Filmindustrie dabei ein eigenes Kapitel widmet, ist mit Blick auf mehr als 100 Jahre Filmgeschichte nur zu verständlich.

Wie Drexel im Vorwort betont, kann das Buch „ob der schieren Menge an möglichen Namen, die mit Potsdam verbunden sind, nur einer subjektiven Auswahl an historischen Persönlichkeiten eine kleine Plattform bieten“. Um den infrage kommenden Personenkreis entsprechend einzugrenzen, hat er sich zeitlich für „eine ungefähre Beschränkung ab etwa dem 19. Jahrhundert“ entschieden.

Zunächst werden siebzehn Personen, die vorrangig im 20. Jahrhundert gewirkt haben, etwas umfänglicher porträtiert. Dazu gehören unter anderem Margarete Buber-Neumann und ihre Schwester Babette Gross, der „Arbeiterastronom“ Bruno H. Bürgel, der Kunstwissenschaftler Wilhelm Fraenger, die Schriftsteller Hermann Kasack, Bernhard Kellermann und Hans Marchwitza sowie der Orgelbauer Alexander Schuke oder der Maler Siegward Sprotte. Im Durchschnitt fünf Seiten widmet Drexel jedem von ihnen.

Wie in den anderen Bänden der Reihe gibt es auch hier noch eine gut 50 Seiten umfassende Rubrik „Auf einen Blick“. Alphabetisch geordnet von „A“ wie Adenauer, über „F“ wie Falkenhayn, „K“ wie Kameke bis hin zu „P“ wie Persius und „Z“ wie Zeisler finden sich Namen und Informationen zu 100 weiteren, mit Potsdam verbundenen Persönlichkeiten. Ein wenig unterrepräsentiert bei dieser Zusammenstellung sind allerdings die Geistesschaffenden, als da wären Alois Riehl, Eugen Dühring, Nicolai Hartmann, Otfried Eberz, Constantin Brunner, Wilhelm Windelband oder Hannah Arendt.

Komplettiert wird das lesenswerte Nachschlagewerk durch sechs mit Karten und Adressen versehene Vorschläge für Rundgänge in Potsdams Innenstadt, den Parks und Gärten oder auch in Babelsberg. Hinzu kommen Hinweise zu den Grabstellen der im Buch behandelten Personen.

Wenn der Autor bescheiden davon spricht, das Buch als „Anregung“ zu nehmen, um „sich auf den Weg zu machen und Potsdam selbst zu entdecken“, ist das eine Möglichkeit, auf der anderen Seite präsentiert Drexel ein Stück Zeitgeschichte, die nicht nur von den ganz großen Namen geprägt wurde.

Gerhard Drexel: Prominente in Potsdam. edition q im be.bra verlag, Berlin 2017, 224 Seiten mit 80 Abb., 20,– €

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