Der Blaue Salon: Tour de France littéraire mit Hinrich Schmidt-Henkel und Frank Heibert

TOUR

DE
FRANCE
littéraire

 

Ein Abend zur gegenwärtigen Französischen Literatur

Yasmina Reza | Édouard Louis | Jean Echenoz | Raymond Queneau | Boris Vian | Marie NDiaye | Joseph Andras | Virginie Despentes | Annie Ernaux | Leila Slimani …

Gemeinsam mit den Übersetzern Hinrich Schmidt-Henkel und Frank Heibert

Hinrich Schmidt-Henkel und Frank Heibert mit ihrer Übersetzung von Raymond Queneaus „Stilübungen“

 

DER BLAUE SALON
Tour de France littéraire
Ein Abend mit den Übersetzern Hinrich Schmidt-Henkel und Frank Heibert
Mittwoch, 01. November, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen

Mit Ingo Schulze und „Peter Holtz“ in der Bibliothek

Fotos: Harald Hirsch

 

Der Blaue Salon am Montag: Ein Abend zur Frankfurter Buchmesse

DER BLAUE SALON | PAPIERFRIEDHOF
Ein Abend zur Frankfurter Buchmesse

Montag, 23. Oktober, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen

Der Höhepunkt des Raschelns und Knisterns im Bücherland ist erreicht: die Frankfurter Buchmesse. Die Preise sind allesamt vergeben. Freude, Enttäuschung oder Entsetzen hat sich breit gemacht. Es türmen sich Neuerscheinungen, höher als jeder Leser schauen kann. Und wir gehen wieder an den Start und ringen mit den Büchertürmen, sortieren aus, treffen eine Wahl und präsentieren Ihnen die Funde und Flops des bereits gelesenen.

Seien Sie dabei, wenn wir die Pforten zum Papierfriedhof öffnen.

Lesung eXtra: Ingo Schulze liest „Peter Holtz“

Lesung eXtra
Ingo Schulze liest „Peter Holtz – Sein glückliches Leben, erzählt von ihm selbst“
Montag, 16. Oktober, 19 Uhr
Ort: Stadt- und Landesbibliothek
Eintritt: 12€

Welch eine grandiose Idee! Erfindet doch der begnadete Erzähler Ingo Schulze für seinen neuen Roman mit Peter Holtz, so auch der Titel des Buches, einen Gegenwarts-simplicissimus als Hauptfigur. Und diesen Peter-Holtz-Simplex läßt er von 1974 an fast ein Vierteljahrhundert durch die deutsche Geschichte taumeln.

Peter Holtz ist ein Waisenkind, ein Heimkind aus dem Osten, einer, der an den Sozialismus glaubt, felsenfest, fast krankhaft naiv und die DDR auf dem selbsternannten kommunistischen Weg beim Wort nimmt. Peter Holtz will für alle das Gute und glaubt für alle zu wissen, was das ist. Er ist moralisch fest und klar und versteht gar nicht, wenn Freunde und Arbeitskollegen es ein wenig anders sehen. Er ist ein Träumer, ein Idealist, ein „Roter Clown“, changierend zwischen dem Peter, der auszog um glücklich zu werden und dem unglückstiftenden „Schwarzen Peter“.

Ingo Schulze hat einen Schelmenroman geschrieben, ja, das ist verdammt komisch und sehr witzig, ein szenisch-anekdotenhaftes Feuerwerk. Und der Oberschelm ist Peter Holtz, der schon mal Freunde wegen vermeintlicher Westpropaganda verpfeift und Westler mit dem „ND“ das schöne DDR-Leben erklärt, der bei der Stasi wieder rausfliegt, weil er mehr Klarheit und Durchsichtigkeit bei der Spitzelarbeit fordert. Peter wird Maurer und auch als die Mauer bröckelt und fällt, lässt er nicht von seinen Idealen. Er wird ein christlicher Kommunist und demzufolge noch schnell Mitglied der CDU-Blockflöten. Ingo Schulzes sprudelnder Erzählbrunnen ist unendlich tief. Im Westen ist Peter Holtz, dem Geld und Besitz nie etwas bedeutet haben, auf einmal reich, und zwar richtig, denn einige alte, ruinöse Osthäuser, die früher natürlich niemand haben wollte, bringen ihm nun Millionen. Auch das geht: der Christkommunist Peter Holtz plötzlich als Ur-Kapitalist. Es ist schon aberwitzig mitanzusehen, was Peter Holtz als Nächstes wieder anstellt, denn Geld allein macht nicht glücklich. Die Vermehrung seines Reichtums ist nicht sein Ziel. Nach wie vor ist es sein Wunsch, etwas Gutes zu schaffen, ja sogar die Welt zu verändern. Peter Holtz – der unverbesserliche Träumer. Was Ingo Schulze uns hier ziegelsteindick erzählerisch unter die Nase reibt, ist die doppelbödige Erfolgsstory des Peter Holtz. Und wie heißt es so schön im Untertitel: sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst. Vom Waisenkind zum Millionär! Jeder andere würde sich wahrscheinlich freuen, nur Peter Holtz fragt sich, was um Himmels Willen denn da schief gelaufen ist.

Der Blaue Salon am Montag: Ein Abend zur „Frank Bascombe“-Trilogie

SPORTREPORTER | UNABHÄNGIGKEITSTAG | DIE LAGE DES LANDES | FRANK

Als Richard Ford 1989 den „Sportreporter“ Frank Bascombe auf die Bühne hievte, war noch nicht klar, welche chronistische Bedeutung dieser in den folgenden Jahrzehnten erlangen sollte. Bascombe ist ebenso das Alter Ego seines Autors wie auch Spiegelfläche der US-Gesellschaft. In zwei weiteren Romanen – „Unabhängigkeitstag“ und „Die Lage des Landes“ – sowie dem epilogischen Erzähungsband „Frank“ wurde dieser sympathische und interessante Held zum Begleiter im Leseleben der amerikanischen Literatur.  

DER BLAUE SALON | SCHWERGEWICHTE
Ein Abend zu Richard Fords „Bascombe“-Trilogie 
Montag, 09. Oktober, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen
Eintritt: 5€