Simon Strauß erhält den Kleinen Hei 2017

Lesen Sie, lesen Sie nachts, lassen Sie sich anstiften!

Die Idee ist eher konventionell, ihre Umsetzung jedoch geht ins Mark. Sieben Nächte, sieben Herausforderungen, sieben Todsünden. Der Anstoß für Simon Strauß ist eine Angst vor dem allzu glatten, widerstandslosen Leben, der Langeweile der Konvention, ja quasi dem smarten Lotuseffekt der Seele. Strauß ist Ehrgeizig, gebildet, hat gesellschaftliche Privilegien genossen – und fürchtet sich nun vor dem Erwachsenwerden, vor Stress-Gesprächen und Babybrei, vor Konferenzen, Eheverträgen und Spa-Wochenenden im Mai. „Deshalb diese Nacht. Deshalb dieses Schreiben. Der einzige Kampf, der jetzt noch lohnt, ist der ums Gefühl.“ Er fürchtet sich vor seinem zukünftigen Selbst, vor Besserwisserei, vor zynischer Distanz und dem doppelten Boden der Ironie. Wenn es so geradlinig weiter geht wie bisher, dann wird aus dem Sympathiesüchtigen ein gefühlloses Gewohnheitstier. Konventionelle, trockene Sicherheit, stets wohltemperiert und bequem, ohne Sehnsucht, ohne Drang.

Simon Strauß geht also einen Pakt mit einem mephistophelischen Jemand ein, der genau weiß, was Strauß fehlt. Immer um sieben Uhr abends wird Strauß auf einen Todsünden-Streifzug durch die Stadt geschickt. „Auf dass du eine findest, in der du dich wohlfühlst. Oder dich für immer von ihnen abkehrst“, das ist die teuflische Fallhöhe, der Einsatz in diesem sündigen Spiel. Suche nachts nach dem begeisternden, glühenmachenden Sturm, aber schreib wenn der Morgen graut, bis sieben Uhr sieben Seiten, jedes mal.

Sieben Nächte“ ist eine Art modernes Rittermärchen, nur dass es keine Prinzessin zu erobern gilt, sondern wildes Denken, Reibung, Utopie. Was für ein Ritter Simon Strauß im Morgengrauen der siebten Nacht ist – ob ein stolzer, selbstgewisser, siegreicher oder eher einer der traurigen Gestalt – sehen Sie am 29. November im Literaturladen. An diesem Abend kommt er nach Potsdam und nimmt den Kleinen Hei 2017 in Empfang für sein Ringen um Empfindung, Anteilnahme und Begeisterung, für sein Bekenntnis zur Abenteuerlust, zum Mut wie auch zur Angst. Lesen Sie dieses Buch, lesen Sie es nachts, lassen Sie sich anstiften!

Lesung eXtra
Preisverleihung und Lesung Der Kleine Hei 2017
Simon Strauß „Sieben Nächte“
Mittwoch, 29.11.2017, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen
Eintritt: 5€

 

Der Blaue Salon: Ein Abend zum Sound von Virginie Despentes „Vernon Subutex“

DER BLAUE SALON
Buchsaiten – Der Sound von Virginie Despentes‘ „Vernon Subutex“
Ein Abend mit Freddie Dreamer
Montag, 13. November, 19 Uhr

Ort: Wist – Der Literaturladen

Wer ist Vernon Subutex? Eine urbane Legende, der letzte Zeuge einer Welt von Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll. Einer, mit dem unsere Zeit es nicht gut meint und der trotzdem für eine ganze Generation steht.
Als der Roman 2015 in Frankreich erschien, erregte er unmittelbar großes Aufsehen. Despentes gelingt ein furioser literarischer Rundumschlag, ungestüm und trotzdem humorvoll, in dem jedes Wort sitzt und jeder Satz nachhallt. Ein Roman, so vollgepackt mit Musik wie Nick Hornbys „High Fidelity“. Despentes‘ Roman ist eine Echokammer des Rock und Pop, es hallt aus jedem Subtext eine musikalische Anspielung, die kein Anderer als der „Elder Statesman“ des Deutschen Qualitätsradios Freddie Dreamer für uns zum Klingen bringen wird.

Spontanlesung aus Peter Handkes „Die Obstdiebin“

Hervorgehoben

DER BLAUE SALON
 Zum Erscheinen des neuen Romans von Peter Handke
Schauspieler, Autoren, Verleger, Leser und Fans lesen
„Die Obstdiebin – oder – Einfache Fahrt ins Landesinnere“

Freitag, 10. November, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen
– Eintritt frei –

Wir begleiten ein Buch, feiern dessen In-die-Welt-Kommen, dessen Erscheinung. Der neue Roman von Peter Handke – bereits im Februar von Claus Peymann im Literarischen Quartett als „großes Epos“ angekündigt – wird zwar erst am Montag, den 13.Novemver veröffentlicht. Doch wir lesen bereits vorab und laden Sie herzlich ein: Lesen Sie mit uns! Oder hören Sie dieser ersten spontanen Annäherung zu. Ein Abend für Peter Handke.

Der Blaue Salon am Montag: 100 Jahre Oktoberrevolution

DER BLAUE SALON
Vom Traum zum Terror – 100 Jahre Oktoberrevolution
Ein Abend mit Mathias Iven

Montag, 06. November, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen

Ein Schuss aus der Bugkanone des Militärkreuzers Aurora gab das Signal für den Sturm auf das Winterpalais. Es war eine Platzpatrone. Dieser Schuss war Schrecken erregend.
Aus Anlass des einhundertsten Jahrestages der Russischen Oktoberrevolution erkunden wir den Hallraum in der Literatur, der von dieser Revolution ausgeht. Solschenizyn, Trotzki, Hippius, Roth, Zweig, Merridale, Sebestyen, Bunin, Sawinkow u.a.