Der Blaue Salon: Ein Abend mit Karin Krieger, der deutschen Stimme von Elena Ferrante

Wir feiern die Komplettierung der Tetralogie „Meine geniale Freundin“ mit einem Abend über Elena Ferrante. Und welcher Gast würde sich dazu besser eignen als die deutsche Stimme der unbekannten Italienerin, Karin Krieger. Nach 18 Monaten ununterbrochener Übersetzerarbeit im Ferrante-Kosmos erzählt sie nun von Besonderheiten und literarischen Raffinessen der Elena Ferrante.

Karin Krieger, Foto: Regina Schmeken

DER BLAUE SALON | SCHWERGEWICHTE
Meine geniale Freundin I – IV
Ein Abend mit Elena Ferrantes deutscher Stimme Karin Krieger
Montag, 05. März, 19 Uhr

Ort: Wist – Der Literaturladen
Eintritt: 8€

Lesung für junge Leser: Grit Poppe „Joki und die Wölfe“

Lesung für junge Leser
Grit Poppe: „Joki und die Wölfe“
Samstag, 24. Februar, 15 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen
Eintritt ist frei

Ein Wolf trabt durch die märkische Landschaft. Er hat Beute für seine Familie gemacht, der Nachwuchs braucht jetzt schon Fleisch und drängt aus der Höhle. Nur Schwarzohr, der kleinste Welpe, wirkt noch schwach und die Mutter spürt, dass er sie mehr braucht als die kräftigeren Geschwister. Eines Tages geht Schwarzohr bei einem „Ausflug“ verloren. Das Wolfskind ist plötzlich allein in einer unbekannten Welt.

Joki sollte eigentlich Umzugskisten auspacken, stattdessen treibt er sich lieber im Wald herum. Schon bei seinem ersten Streifzug macht er eine Entdeckung: Ein Wolf lebt im Wald! Der Junge beobachtet erst ihn und bald darauf das ganze Rudel. Auch die Wölfe nehmen Joki wahr, doch spüren sie, dass von ihm keine Gefahr ausgeht. Aber als Joki auf den Welpen trifft, der sich verlaufen hat, nimmt er ihn mit und lockt damit das Rudel in die gefährliche Nähe der Menschen. Joki begreift, was er angerichtet hat, und will seinen Fehler wiedergutmachen. Zusammen mit dem Wolfsjungen begibt er sich auf die Suche nach dem Rudel…

Der Blaue Salon: Tobias Schwartz „Virginia Woolfs Bloomsbury. Freshwater“

»Die verrückte Geschichte um Woolfs exzentrische Tante Julia Margaret Cameron (…) hat das Zeug für den Olymp des Absurden.«
Ulrike Baureithel, Der Tagesspiegel

DER BLAUE SALON | THEATER THEATER
Tobias Schwartz /
Virginia Woolf „Bloomsbury. Freshwater“
Montag, 26. Februar, 19 Uhr

Ort: Wist – Der Literaturladen
Eintritt: 5€

Anders als ihre Romane ist Virginia Woolfs Theaterstück »Freshwater« heute fast in Vergessenheit geraten. Dabei ist die kurze, 1935 im halbprivaten Rahmen des Bloomsbury-Kreises aufgeführte (und dort von Virginia Woolf selbst inszenierte) Komödie nicht nur ein Stück Zeit- und Gesellschaftskritik, sondern lässt seine Autorin als humorvoll-ironische Dramatikerin in einem ganz neuen Licht erscheinen. 

In einer kleinen Künstlerkolonie im Küstenort Freshwater auf der Isle of Wight wird der »Dienst an der Kunst« ins Groteske getrieben. Die AkteurInnen sind Künstlerpersönlichkeiten des viktorianischen Zeitalters, darunter die berühmte Fotografin Julia Margret Cameron, Virginia Woolfs Großtante. Sowohl die junge Schau- spielerin Ellen Terry als auch Julia Margret Cameron planen ihre Flucht aus diesem Elfenbeinturm – mit ganz unterschiedlichen Motiven.

An einer Wiederaufführung Anfang der 1980er Jahre in Paris waren u.a. Eugène Ionesco, Alain Robbe-Grillet und Nathalie Sarraute beteiligt; die erste Aufführung in Deutschland fand erst 1994 in Mainz statt. Anders als in England, Frankreich, Italien oder Spanien wurde »Freshwater« in Deutschland bislang nicht in Buchform veröffentlicht und fehlt auch in der bei Fischer erscheinenden Gesamtausgabe.

Tobias Schwartz’ »Bloomsbury«, das Woolfs Komödie als »Stück im Stück«, neu übersetzt durch den Autor, enthält, ist ein Theaterstück rund um die Uraufführung von »Freshwater«. Dem historischen Kontext des Werkes von Virginia Woolf wird in Schwartz‘ originellem Rahmenstück neues Leben eingehaucht. Verbürgtes, aus Originalzitaten Montiertes und fiktional Ergänztes lassen den poetologischen Kosmos und das biografische Umfeld dieser modernen Klassikerin aufleuchten.

Lesung eXtra: André Kubiczek „Komm in den totgesagten Park und schau“

Deutschland, in der Gegenwart: Die öffentliche Verwaltung knirscht, Autonome und Illegale besetzen immer mehr Nischen, Gemurmel von einer Revolution geht um. Halbwegs bürgerlich lebt Marek, Inhaber einer Unistelle, mit seiner Frau Adriana und deren Kindern aus erster Ehe. Als die Schulleiterin Marek absurde Vorwürfe macht, fängt dieser einen Kleinkrieg an. Als Mareks Kollege Veit handfest eingreift, nimmt die Eskalation ihren Lauf. Währenddessen kommt Mareks Sohn Felix, neunzehn, zu Besuch, um seinen Vater endlich zu verstehen, denn: «Er hat immer nur einen winzigen Schritt neben den richtigen Weg gesetzt, aber das ziemlich oft, und die Summe dieser vielen, kleinen falschen Schritte hat ihn auf die falsche Spur gebracht.» Nach einer chaotischen Flucht stranden sie in der Böhmischen Schweiz. Hier, in einem abgelegenen Weberhäuschen, lernen Vater und Sohn sich selbst und einander kennen und warten ab, bis sich die Wogen zu Hause und im Land geglättet haben. Beide stellen sich die gleiche Frage: Wie konnte es nur so weit kommen?
André Kubiczek schildert eine Vater-Sohn-Beziehung im Ausnahmezustand – und übertrumpft die absurde Wirklichkeit nicht durch überdrehte Volten, sondern zeigt fabelhaft, wie wir unserem ganz persönlichen Untergang entgegentaumeln.

Lesung eXtra
Vorabpremiere zum Erscheinen des neuen Romans von
André Kubiczek „Komm in den totgesagten Park und schau“
Montag, 19.02.2017, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen
Eintritt: 8€