Buchempfehlung: Einblicke in das Leben Constantin Brunners

Denken mit dem Blick auf die Havel

von Mathias Iven

In einem der jüngsten Bände der von Hermann Simon im Verlag Hentrich & Hentrich herausgegebenen Reihe »Jüdische Miniaturen« stellt der Philosoph und Schopenhauer-Biograph Robert Zimmer eine fast schon vergessene, mit Potsdam in Beziehung stehende Geistesgröße vor: Constantin Brunner.

Der 1862 in Altona als Arjeh Yehuda Wertheimer geborene Brunner gehörte im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zu den bekannten Intellektuellen in Deutschland. Nach einer abgebrochenen Ausbildung am jüdischen Lehrerseminar in Köln studierte er ab 1884 zunächst in Berlin und dann in Freiburg Philosophie und Geschichte. Zu seinen Lehrern gehörten u.a. Wilhelm Dilthey und Paul Deussen sowie Alois Riehl, der ihn maßgeblich prägte. 1890 beendete er seine Studien, ohne einen akademischen Abschluss erlangt zu haben. Brunner kehrte nach Hamburg zurück und eröffnete dort ein »Litterarisches Vermittlungsbüro«, das Schriftstellern bei der Verwertung ihrer Werke helfen sollte. In den kommenden vier Jahren war er zugleich Mitherausgeber einer Zeitschrift. Das in dieser Zeit für seine Artikel von ihm häufig benutzte Pseudonym »Constantin Brunner« sollte er später als bürgerlichen Namen eintragen lassen. Weiterlesen

Der Blaue Salon am Montag mit Bettina Abarbanell

Hervorgehoben

DER BLAUE SALON
Make the american literature great again“
Ein Abend mit der Übersetzerin Bettina Abarbanell
Montag, 24. April, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen
Eintritt: 5€

Sie hat die großen Romane von Jonathan Franzen übersetzt.
Sie hat sich mit einer Neuübersetzung von F. Scott Fitzgeralds „Der große Gatsby“ in der klassischen amerikanischen Literatur bewährt.
Mit Denis Johnson überträgt sie einen der unkonventionellsten Autoren englischer Sprache ins Deutsche.
Und mit der jungen Rachel Kushner zeigt sie, wie vielseitig sie ist.

Am kommenden Montag begrüßen wir die Potsdamer Übersetzerin Bettina Abarbanell. Wir möchten sie nach ihrer Arbeit befragen und mit ihr über „ihre“ Autoren sprechen; über das Geheimnis und die Voraussetzungen des Übersetzens; und natürlich aus den Büchern lesen.

Mit Marcel Reif im Waschhaus: Sprache, Fußball und mehr

 

Fotos: Harald Hirsch

Buchempfehlung: Elena Ferrante „Die Geschichte eines neuen Namens“

Ferrante macht eben süchtig

von Carsten Wist

Viel spannender als die vermeintliche Aufdeckung, wer sich hinter dem Pseudonym Elena Ferrante verberge, ist doch die Frage, ob die literarische Qualität, die die Autorin im ersten Buch „Meine geniale Freundin“ vorgelegt hat, auch im 2. Teil gehalten werden kann. Eindeutige Antwort: Ja!, denn „Die Geschichte eines neuen Namens“, so heißt der zweite Band, knüpft nahtlos an die Vorzüge des ersten Romans an. Als da sind: die realistische Darstellungsweise in einer beeindruckenden sprachlichen Klarheit, der tiefenpsychologische Blick auf die Figuren, ihre Bewegungs- und Handlungsgründe und das farbenfrohe Zeichnen eines vielschichtigen neapolitanischen Gesellschaftspanoramas der 50er und 60er Jahre mit einem großen Figurenensemble. Und das alles auch noch mit einem Höchtsgrad an Unterhaltsamkeit.
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Eva Menasse liest in der SLB

DER LITERATURLADEN ON TOUR
Eva Menasse „Tiere für Fortgeschrittene“
Donnerstag, 30. März, 19 Uhr
Ort: Stadt- und Landesbibliothek Potsdam
Eintritt: 10€ / 8€ ermäßigt

Ein alter Despot, der sich gegen jede Veränderung wehrt, kann nicht verhindern, dass die Demenz seiner Frau auch die eigene Vergangenheit löscht. Einer engagierten Mutter, die ein muslimisches Kind gegen Anfeindungen in Schutz nimmt, verschwimmen schließlich selbst die Grenzen zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch. Eine Frau realisiert, wie sehr das Schicksal ihres Vaters sie geprägt hat, in ihren Marotten ebenso wie in ihren tiefsten Ängsten. Und eine Gruppe handverlesener Künstler und Wissenschaftler probt in südländischer Gluthitze eine groteske Revolution.

Jahrelang hat Eva Menasse Tiermeldungen gesammelt, die ihr, wie umgekehrte Fabeln, etwas über menschliche Verhaltensweisen zu verraten schienen. Wer daran Vergnügen hat, kann teilhaben am Gestaltungsprinzip ihrer Erzählungen, indem er Mustern und Motiven nachspürt. Alle anderen Leser werden sich, wie bei Menasses bisherigen Büchern, von ihrem erzählerischen Talent mitreißen lassen, einer Mischung aus pointiertem Witz, Geheimnis und melancholischem Ernst.

Der Blaue Salon am Montag ohne Tom Malmquist, aber mit René Schwittay

DER BLAUE SALON
Tom Malmquist hat die Lesung abgesagt,

René Schwittay wird trotzdem aus dem Buch „In jedem Augenblick unseres Lebens“ lesen,
außerdem:
Gerade gelesen, gesehen, gehört – Ein erster Abend zur Leipziger Buchmesse

Montag, 27. März, 19 Uhr

Ort: Wist – Der Literaturladen

Buchempfehlung: Prominente in Potsdam

»… daß gantze Eylandt mus ein paradis werden …«

Potsdamer Berühmtheiten im Blick

von Mathias Iven

Vor gut zehn Jahren hat der be.bra verlag die Reihe „Prominente in …“ begonnen. Zunächst beschränkte man sich auf Berlin. Es erschienen Bände zu den Stadtbezirken Dahlem, Lichterfelde, Pankow, Friedenau, Wannsee, Grunewald und Westend. 2015 ging man über die Grenzen der Hauptstadt hinaus und präsentierte Dresdner Prominente. Und nun: Potsdams Berühmtheiten.

Der seit 1995 in Berlin lebende Stuttgarter Gerhard Drexel hat die Landeshauptstadt und ihre Geschichte gründlich studiert. Beginnend in der Bronzezeit führt er seine Leser zunächst durch die Jahrhunderte und zeichnet auf knapp 30 Seiten die wichtigsten Stationen der Stadtentwicklung bis in die heutige Zeit nach. Dass er der Babelsberger Filmindustrie dabei ein eigenes Kapitel widmet, ist mit Blick auf mehr als 100 Jahre Filmgeschichte nur zu verständlich. Weiterlesen

Der Blaue Salon am Montag, den 20. März

DER BLAUE SALON
Gerade: gelesen, gesehen, gehört
Zu Gast: Christiane Schulz mit ihrem Gedichtband „Die beschriftete Zeit“
Montag, 20. März, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen

Wir blicken zurück auf die große Lesung von Paul Auster im Sendesaal des RBB und werfen einen ersten Blick in die Neuerscheinungen des Literaturfrühjahrs.

Außerdem stellt die Potsdamer Lyrikerin Christiane Schulz ihren jüngst erschienene Gedichtband „Die beschriftete Zeit“ vor.