Roland Schimmelpfennig – Theater und Roman

Noch ein Nachschlag: Der erfolgreichste zeitgenössische deutsche Theaterautor, Roland Schimmelpfennig, stellte am 4. April, einem „deutlichen, frühlingswarmen Aprilabend“  seinen ersten Roman „An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts“ vor. Impressionen eines sehr enspannten Theater- und Literaturabends

Michael Eberth, Schwierige Einheit

Einheit ist eine schwierige, eine delikate Agenda, zumal auf dem Boden des Theaters. Der Dramaturg Michael Eberth hat seine Theatertagebücher 1991 – 1996 unter dem Titel „Einheit“ veröffentlicht. Die Schocks des Encounters des „Westdramaturgen“ mit dem Ensemble des Deutschen Theaters unter Thomas Langhoff sind auch 20 Jahre im Disput Michael Eberths mit der Schauspielerin Jutta Wachowiak spürbar. Ein denkwürdiger „Theaterabend“ am 18. April in Wist – Der Literaturladen.

P.S. Dass dieser „Nachschlag“ so lange auf sich warten ließ, verdankt sich meinem Upgrade von meinem alten Mac zu einem neuen. Meine schöne Routine bei Imovie funktionierte nicht mehr angesichts der vielen „Verbesserungen“ der Software mit neuen und anderen Benutzeroberflächen. Der Widerstand ist weniger mentaler Natur als psychologischer. Ich wäre liebend gerne bei dem geblieben, was sich so schön bewährt hatte. In ein paar Monaten wird es eine neue schöne Routine geben.

2015 verweht – 2016 sehn wir uns wieder

2015: was für ein Jahr für Wist – Der Literaturladen. Annus mirabilis, würde die Queen sagen. 25jähriges Jubiläum des Buchladens, 25 aufregende Lesungen im Buchladen, immer Montags, Auszeichnung „Besonders herausragende Buchhandlung“ beim Deutschen Buchhandlungspreis 2015, viel Vergnügen, viel Champagner. Alles wohlverdient, Wist war seines Glückes Schmied. Nicht zu vergessen: Carsten Wist hat mit seinem jungen Kollegen Felix Palent einen kongenialen Partner gefunden. Immer noch nicht außer Atem, à bout de souffle, spricht Carsten über seine Besten. Den Freunden des Literaturladens Frohe Weihnachten und ein Glückliches Neues Jahr 2016.

Hommage an Fritz J.

Wist – Der Literaturladen hat Fritz J. Raddatz, den „elegantesten Bonvivant des Literaturlebens der vergangenen 60 Jahren“ in seine Hall of Fame aufgenommen. Champagner war dabei obligatorisch und ein Vergnügen.

Udo Stähler blickt auf den Abend zurück:

„Diesen Montag haben Sie Fritz J. Raddatz in Ihre Hall of Fame aufgenommen. Ein gelungener Festakt. Wenn Sie in der Ankündigung schreiben, „ den elegantesten Bonvivant des Literaturlebens der vergangenen 60 Jahre in unsere Hall of Fame auf(zunehmen)“ , grinsen bereits die doppelzüngigen Dandyjäger; doch rechtzeitig die Kurve gekriegt: „stets bereicherte er wortgewandt wie intellektuell den Diskurs.“ Sein Mantra war Authentizität; dazu gehörte Stil, Unerbittlichkeit und Übertreibung. Von der Gästebewirtung „Champagner im Wohnzimmer, dann das Abendessen im Esszimmer, dann Käse und Rotwein wieder im Wintergarten“(Alexander Fest) über gnadenlose Brandmarkung vermeintlich bigotter Scheinheiligkeiten in seiner Kritik an „Das Boot“ bis zur Eiweißvergiftung in Cölln’s Austernkeller beim Einstellungsgespräch mit Theo Sommer. Das hat keiner ausgehalten. Und die so Leidenden haben es ihm wegen des läppischen „Goethe ohne Bahnhof“ heimgezahlt: durch Schweigen oder brüllende Häme.

Immer wieder ertappte ich mich dabei, mir vorzustellen, wie dieser Festakt in sein „Nachtbuch“ gekommen worden wäre. Es hätte ihn vermutlich gerührt, dass alles ehrlich war und das Getränkeangebot auf seine Vorlieben Rücksicht nahm; auch wenn Sie Ihren Lesern keinen Kaviar angeboten haben ;-). Veröffentlicht hätte er es nicht: Die Anerkennung als Schriftsteller durch Wist – Der Literaturladen hätte niemanden aufgeregt.“

Nacht- und Taggedanken von Fritz J. finden Sie in unserer Kategorie „Der tägliche Fritz“.

Eine Feier für Christoph Ransmayr und für Wist

Der erste Abend nach dem Aufstieg von Wist – Der Literaturladen in die Champions League der acht besten deutschen Buchläden war eine Feier für Christoph Ransmayr, der Autor, für den Carsten Wist bereit gewesen wäre, sich zu ruinieren. Schön, dass wir jetzt 25 Jahre Wist erleben können, dass der Ruin in einer Parallelwelt geschah. K. Dieter Klebsch liest aus „Die letzte Welt“.

Christoph Ransmayr – Der Problemlöser

Christoph Ransmayr extemporiert verschnupft, doch blendend gelaunt

25 Jahre Wist – Der Literaturladen – 25 Jahre Neugier

Es war ein wunderbares Jubiläumsfest am 4. September in der Reithalle in der Schiffbauergasse. Und es gab mehr als 25 Liebeserklärungen an einen Mann, der aus seiner Leidenschaft eine Profession machen konnte und Literatur vermitteln kann wie sonst kaum jemand. Glückauf! Auf weitere Jahre Literaturladen und Neugier; werden es nochmals 25 Jahre? Wer weiß. Carsten Wist hat jetzt einen jungen Compagnon, der weit mehr ist als ein „Klon“, Felix Palent.

Also spricht Wist: Ferienzeit, was lesen?

Die literarischen Frühjahrsmessen sind gesungen, bis zu den Herbstmessen dauert es noch. Die Hundstage kommen und gehen, die Ferienzeit beginnt. Was kann man mitnehmen? Also spricht Wist und empfiehlt:

P.S. noch ein kleiner Einwand gegen den literarischen Berserker Rainald Goetz. Michel Houellebecq ist nie unerbittlich gegen seine Figuren, auch wenn er sie schonungslos ausleuchtet; er verurteilt sie nicht. Rainald Goetz dagegen ist Richter und Scharfrichter (Othmar Kaufmann)

25 Jahre und kein Gnadenschuss

Im Hans Otto Theater nach der Premiere von „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss“. Carsten Wist bereitet uns auf den Höhepunkt des Jubeljahres vor. Am 4. September 2015, 18.00 Uhr, wird in der Reithalle des HOT in der Schiffbauergasse die große Geburtstagsfeier steigen. Vorwärts und nicht vergessen! Wir wünschen den Freunden des Literaturladens einen schönen Sommer, sei es auf Hiddensee, in Rom, Palermo, rund um den Bodensee oder anderwo.