Editorial

Unter BücherfreundenDie Literatur lebt

Es war der 2.Juli 1990, der erste Tag nach der Währungsunion. Sigi Ressel und ich standen mit einem pinkfarbenen Tapeziertisch auf der Brandenburger Straße.
„Angst vor dem Fliegen“ von Erica Jong war das erste Buch, das wir als „Literaturladen Wist & Ressel“ verkauften. Unsere These, die bis heute programmatisch ist, war: Es gibt sie, die Autoren, die die gute Literatur schreiben, und: Es gibt sie, die Leser, die sich für die guten Bücher begeistern. Und wir, der Laden, sind der Schnittstelle, wo Leser und Autoren sich treffen, im übertragenen wie im ganz direkten Sinn. Wir wollten immer mehr als nur Geld gegen Bücher tauschen. So starteten wir mit unseren Lesungen auch ohne Ladenlokal. Klaus Schlesinger war der erste, Hermann Kant und Günter Schabowski folgten. Nach einem Jahr und einer Woche übernahmen wir die ehemalige „August-Bebel-Buchhandlung“ in der Brandenburger Straße. Was nun folgte, war eine einzige rauschende bis heute anhaltende Literaturnacht (seit 2003 leider ohne Sigi Ressel, der als halber Franzose jetzt Filme macht).Und alle alle kamen: Paul Auster, Siri Hustvedt, Leon de Winter, Toni Morrison, Sten Nadolny, Christa Wolf, Elke Heidenreich, Martin Walser, Victor Pelewin, Andrzej Stasiuk, Christoph Ransmayr, Volker Braun, Thomas Brasch, Christoph Hein, Wolf Wondratschek, Judith Herrmann, Uwe Tellkamp, Julia Franck, Rio Reiser, Tschingis Aitmatow, Jenny Erpenbeck, Wolf Biermann, Juli Zeh, Herta Müller, Imre Kertész, Alesandar Tisma, Robert Schneider, Ursula Krechel, Harry Rowohlt, Wladimir Sorokin ….
Und weiter geht´s! Die Literatur lebt!!!! Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher!

Der Literaturladen in der Literatur:
Christa Wolf, Ein Tag im Jahr, 27. September 1993
Julia Schoch, Erste Sätze von Romanen, in: Holger Heimann, Hrsg., Die beste Buchhandlung der Welt

Der Literaturpreis von Wist – Der Literaturladen: Der kleine Hei

Von den Anfängen des Literaturladens