Buchempfehlung: Frans Eemil Sillanpää „Jung entschlafen“

Jung entschlafen, intensiv gelebt

von Felix Palent

Der Literaturnobelpreis ist eine Lichtmaschine. Plötzlich erhellt er das Werk eben noch unbekannter Autoren. Diesem Schein folgen Ruhm und Anerkennung. 1939 jedoch konnte der Literaturnobelpreis in Deutschland kein Lichtchen mehr entfachen. Der Preisträger Frans Eemil Sillanpää war als Autor nicht mehr existent. Er richtete 1938 einen offenen Weihnachtsbrief an die drei diktatorischen Heerscher Hitler, Mussolini und Stalin: „Eure Macht reicht nicht weiter als bis zum irdischen Staub.“ Ein politischer Affront, der in Deutschland ein künstlerisches Todesurteil nach sich zog. Der Insel Verlag stampfte die bereits gedruckte Nachauflage des Romans „Silja, die Magd“ ein. 5000 Exemplare waren das, aufgewogen gegen einen Weihnachtsbrief.

Nach 85 Jahren erscheint dieser populärste Roman des bis heute einzigen finnischen Literaturnobelpreisträgers in einer Neuübersetzung im Guggolz Verlag. Man könnte es getrost auch Erstübersetzung nennen. Denn was damals ideologisch gefärbt noch „Silja, die Magd“ hieß, heißt heute originalgetreu und ungekürzt „Jung entschlafen. Eines alten Stammbaums letzter Trieb“. Weiterlesen

Der Blaue Salon am Montag mit Sebastian Guggolz

DER BLAUE SALON | SCHÖN VERLEGEN
Zu Gast: Der Verleger Sebastian Guggolz

Montag, 10. Oktober, 19 Uhr
Ort: Wist – Der Literaturladen

Die Flut an neuen Veröffentlichungen führt dazu, dass die Halbwertszeit der Bücher immer kürzer wird. Die Neuerscheinungen, die sich nicht innerhalb weniger Monate durchsetzen, werden kurzerhand wieder aus den Regalen geräumt, sie verschwinden aus den Buchläden und werden dadurch dem Vergessen preisgegeben.

Was sagt das über die Qualität dieser Bücher? Nichts. Und aus diesem Grund will sich der Guggolz Verlag genau diesen Büchern und Autoren widmen und sie angemessen präsentieren. Das Ziel ist es, diese Literatur auf dem deutschen Buchmarkt breiter und vielgestaltiger verfügbar zu machen. Ziel ist es aber auch, Regionen auf der literarischen Landkarte sichtbar zu machen, die häufig nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Abseits der kulturellen Metropolen findet sich die Literatur, die sich nicht so sehr nach Moden oder dem Zeitgeist richten muss, sondern die näher am alltäglichen Leben der Menschen ist und den Raum und die Freiheit hat, sich in ihrer Eigenheit zu entwickeln.

 

Die Lesungen im Herbst 2016

Die Lesungen im Herbst 2016

12. September | 19 Uhr |
AUSVERKAUFT – Restkarten und Stehplätze an der Abendkasse
Lesung eXtra
Judith Hermann „Lettipark“ 

15. September | 19 Uhr | Stadt- und Landesbibliothek
Literaturladen on Tour
Erwin Berner liest „Erinnerungen an Schulzenhof“

19. September | 19 Uhr
Blauer Salon
Freie Vision Neugier

22. September | 18 Uhr | Potsdam Museum
Literaturladen on Tour
Gericault, Gaudi und Picasso: Bildbeschreibungen in Peter Weiss‘ Roman „Die Ästhetik des Widerstands“

26. September | 19 Uhr
Lesung eXtra
Shida Bazyar „Nachts ist es leise in Teheran“

Dienstag,
04. Oktober | 19 Uhr
Blauer Salon | THEATER THEATER
Ein Abend für Jon Fosse

Zu Gast: Seine deutsche Stimme Hinrich Schmidt-Henkel

10. Oktober | 19 Uhr
Blauer Salon | SCHÖN VERLEGEN
Ein Abend mit dem Verleger Sebastian Guggolz

17. Oktober | 19 Uhr
Lesung eXtra
Paula Fürstenberg „Familie der geflügelten Tiger“

24. Oktober | 19 Uhr
Blauer Salon | PAPIERFRIEDHOF
Ein Abend zur Frankfurter Buchmesse

07. November | 19 Uhr
AUSVERKAUFT – Restkarten evtl. an der Abendkasse
Lesung eXtra
Peter Stamm „Weit über das Land“

10. November | 20 Uhr | Villa Quandt
Literaturladen on Tour
Christoph Ransmayr „Cox oder der Lauf der Zeit“

14. November | 19 Uhr
Lesung eXtra
Saskia de Coster „Wir und ich“

21. November | 19 Uhr
Blauer Salon | SCHWERGEWICHTE
Ein Abend zu Cormac McCarthys „Border“-Trilogie“
Es liest René Schwittay

23. November | 20 Uhr | Villa Quandt
Literaturladen on Tour
Szczepan Twardoch „Drach“

28. November | 19 Uhr
Lesung eXtra
Katerina Poladjan & Henning Fritsch „Hinter Sibirien“

5. Dezember | 19 Uhr
Preisverleihung und Lesung
DER KLEINE HEI